Häufige Fragen

Häufige Fragen

Die folgenden Ausführungen sollen eine kleine Ersthilfe für unsere Patienten darstellen.
Bitte zögern Sie nicht, uns im Fall von Fragen oder Unklarheiten direkt zu kontaktieren.

1Wie entstehen Zahn- und Kieferanomalien?

Zahn- und Kieferanomalien entstehen aus einer Kombination umweltbedingter und vererbter Faktoren. In der Folge entstehen unzählige Kombinationsmöglichkeiten.


Beispiele für umweltbedingte Ursachen:

Zu langes und intensives Lutschen (Deformation der Zähne und Kiefer),

vorzeitiger Verlust von Milchzähnen (Platzhalter-Funktion),

Karies an Milch- oder bleibenden Zähnen (Platzmangel, Schiefstände)


Beispiele für vererbte Ursachen:

Vererbter Platzmangel (große Zahnbreiten, schmale Kieferformen),

falsche Lage der beiden Kiefer zueinander,

Nichtanlagen von bleibenden Zähnen.


Während umweltbedingte Ursachen im Sinne einer Vorsorge oftmals vermieden werden können, ist dies bei den vererbten Ursachen kaum möglich.

2Warum sind Zahn- und Kieferanomalien schädlich?

Schief stehende Zähne bilden eine Vielzahl unzugänglicher Nischen. Dies werden von der natürlichen Zahnreinigung durch Speichel, Zunge und Lippen ausgeschlossen. Und auch bei aufwendiger Mundhygiene lassen sich diese Stellen nur schwer erreichen. In der Folge entstehen Entkalkungen und Karies. Da sich Zahnbelag und Zahnstein in diesen Regionen immer weiter aufbauen, entwickeln sich Zahnfleischentzündungen. Wird die Situation nicht verbessert, sinkt das entzündliche Geschehen immer weiter in Richtung der Zahnwurzeln ab und gefährdet den Bestand des betroffenen Zahns.

Das natürliche Verzahnungsmuster geht bei schief stehende Zähnen und falsch positionierten Kiefern verloren. Die Folge sind Fehl- und Überbelastungen der Zähne und Kiefergelenke. Diese führen im Laufe der Jahre zu Schäden am Zahnhalteapparat und an den Gelenken.

3Wie können Zahnspangen helfen?

Zahnspangen sind in der Lage, Platzmängel zu beseitigen und schief stehende Zähne achsengerecht an ihre natürliche Position zu führen. Falsch positionierte Kiefer können bei jugendlichen Patienten durch entsprechende Wachstumsstimulation in ihre korrekte Lage gebracht werden. In der Folge lassen sich die von der Natur vorgesehenen Verzahnungsmuster aufbauen. Positiver und von allen erwünschter Nebeneffekt dieser Maßnahmen ist die ästhetische Verbesserung der Zahnbögen und Gesichtsstrukturen.

4Wann sollte eine Behandlung beginnen?

Kieferorthopädische Behandlung beginnen in der Regel bei Mädchen im neunten, bei Jungs im zehnten Lebensjahr. Abhängig vom allgemeinen Entwicklungsstand, vom Zahnwechsel und der vorliegenden Anomalie kann auch ein früherer Beginn notwendig werden.

Einige Zahn- und Kieferanomalien haben eine starke Verschlechterungstendenz und stark destruktives Potential. Um beim Vorliegen solcher Abweichungen frühzeitig eingreifen zu können, ist es sinnvoll, Ihr Kind bis zum 6. Lebensjahr erstmalig beim Kieferorthopäden vorzustellen.

5Wie gestaltet sich der Ablauf einer Behandlung?

Im Rahmen der Erstvorstellung wird eine Untersuchung durch den Kieferorthopäden durchgeführt. Ist es noch zu früh für eine Beurteilung der Situation bzw. für eine Behandlung, erhalten Sie einen Folgetermin.

Liegen behandlungsbedürftige Abweichungen vor, erstellen wir umfassende diagnostische Unterlagen (Scans und Röntgenbilder der Zähne bzw. Kiefer sowie Fotos). Mit Hilfe dieser Unterlagen wird ein individueller Behandlungsplan für Sie bzw. Ihr Kind ausgearbeitet.

In einem Folgetermin werden Sie 4 bis 6 Wochen später umfassend über die Resultate der Auswertungen, die notwendigen Behandlungsmaßnahmen und die damit verbundenen Kosten aufgeklärt und informiert. Wenn Sie mit unseren Vorschlägen einverstanden sind, erfolgt die Herstellung der geplanten Zahnspangen.

6Sind während der kieferorthopädischen Behandlung Kontrollen beim Hauszahnarzt notwendig?

Natürlich kontrollieren wir während der Behandlung stets auch die allgemeine Zahngesundheit. Dennoch empfiehlt es sich, auch weiterhin die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim Hauszahnarzt durchführen zu lassen.

7Welche Verhaltensregeln gelten bei lockeren Zahnspangen?

Lockere Zahnspangen sollten in der Regel mindestens 14 Stunden, das bedeutet nachts und am Nachmittag, getragen werden. Während der Schulzeit und bei sportlicher Betätigung kann auf das Tragen verzichtet werden.

Morgens, nach dem Aufstehen, und abends, vor dem Zubettgehen, muss das Gerät intensiv mit Zahnbürste und Zahncreme gereinigt werden. Am Vormittag kann die Spange in einem mit etwas Mundwasser aufgefrischtem Becher Wasser abgelagert werden.

Ganz allgemein sollen Zahnspangen an Zähnen, jedoch nie am Zahnfleisch drücken. In diesem Fall bitten wir um kurze Kontrolle in unserer Praxis. Meist lässt sich dieses Problem mit wenigen Handgriffen lösen.

Sollte eine Zahnspange brechen oder verloren gehen, bitten wir Sie möglichst schnell einen Termin mit uns zu vereinbaren. So ist gewährleistet, dass die Spange zeitnah repariert bzw. ersetzt wird und die Behandlung ohne Unterbrechung fortschreiten kann.

8Welche Verhaltensregeln gelten bei festen Spangen?

Festsitzende Spangen können vor allem nach dem Einsetzen für einige Tage unangenehm sein und teilweise auch Schmerzen verursachen. Die Zähne und ihre Halteapparate müssen sich zunächst an den ungewohnten Druck gewöhnen. Ebenso brauchen die Schleimhäute der Backen, Lippen und der Zunge einige Tage um sich an die abstehenden Bestandteile der Spange anzupassen. Glücklicherweise lassen diese Schmerzen in den meisten Fällen nach 3 bis 4 Tagen nach. Spangenanteile, die in den ersten Tagen stark reiben oder piksen können meist durch Aufkleben von Abdeckwachs geglättet werden.

Sollten Teile der Spange zu einer dauerhaften Verletzung der Schleimhäute führen, ist es in jedem Fall ratsam, unsere Praxis aufzusuchen. Die Probleme lassen sich durch kleine Anpassungen meist schnell beseitigen.

Während der Behandlung können Zähne etwas locker erscheinen. Dies ist normal und sogar erwünscht und ermöglicht erst die Bewegung der Zähne im Knochen. Nach Abschluss der Zahnkorrektur werden die Zähne wieder fest und sicher im Knochen eingebaut.

Harte Nahrungsmittel (Nüsse, gebrannte Mandeln, Kaubonbons, etc.) sollten vermieden werden. Festere Grundnahrungsmittel (harte Brotrinde, rohe Karotten, etc.) sollten vor dem Verzehr klein geschnitten werden. Kaugummi kauen ist ausdrücklich möglich und erlaubt.

Sollte sich ein Bestandteil der festen Spange lösen (Bracket, Drahtanteile) bitten wir um sofortige Kontaktaufnahme mit unserer Praxis. Sie erhalten dann einen sehr schnellen Reparaturtermin.

9Welche Verhaltensregeln gelten bei Qlicks?

Qlicks-Schienen sollen täglich 21 bis 22 Stunden, also immer außer beim Essen und Zähneputzen, getragen werden. Nur dann ist ein effektiver Behandlungsfortschritt zu erwarten.

Sollten Schienen einmal brechen oder verloren gehen, bitten wir um kurze telefonische Rücksprache mit Ihrem behandelnden Kieferorthopäden. Er gibt Ihnen dann Anweisungen über das weitere Vorgehen.

10Was geschieht nach der erfolgreichen Behandlung?

Zähne haben auch nach einer erfolgreichen Korrektur den Drang, sich zumindest teilweise in ihre Ursprungsposition zurück zu bewegen. Um dem entgegen zu wirken, schließt sich an jede aktive Zahnbewegung eine passive Sicherungsphase. Zur Sicherung werden lockere Nachtspangen, transparente Schienen und an der Innenfläche der Frontzähne fest aufgeklebte Drähte (Retainer) verwendet.

Die Dauer der Sicherung richtet sich nach dem Anfangsbefund, dem Alter des Patienten und weiteren Faktoren. Lockere Spangen können hinsichtlich ihrer Tragezeit meist innerhalb eines Jahres abgesetzt werden. Die unsichtbaren und nicht störenden Retainer können und sollten viele Jahre im Mund verbleiben.

Im Rahmen der Abschlussuntersuchung vermessen und beurteilen wir stets die Lage und die Platzverhältnisse der Weisheitszähne. Zur Verhinderung von Entzündungen oder Rückfällen empfiehlt sich meist deren Entfernung.